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"Eine fiktionale Versuchsanordnung, eine
deutsche Geschichte, ein radikales Drama."

 

Connie Walther

Die Schlagzeile eines Boulevard-Journalisten verhalf uns während der Dreharbeiten zu einer ungewöhnlich großen Pressekonferenz. Der Schreiber hatte sich darüber echauffiert, dass Peter-Jürgen Boock als am Projekt beteiligter Autor Geld von einer öffentlichen Filmförderung erhalten hatte: “Solche Art von Filmförderung ist eine Verhöhnung der Opfer.”

Abgesehen davon, dass mir dieses Rechtsverständnis bedenklich scheint, verdrängt das mediale Interesse am “Mythos RAF” das, was es zu schützen vorgibt: die Opfer.

“Schattenwelt” ist die Geschichte der Auseinandersetzung eines “nicht gemeinten” Opfers mit einem Täter, den die Öffentlichkeit auch nach 22 Jahren Haft nicht aus seiner Geschichte entlässt. Sie: ein Opfer, das vergessen wurde neben den berühmten Toten, das nicht zurecht kommt mit seinem schiefen Leben. Er: eine krude Berühmtheit, bemüht, sich in einer ihm fremd gewordenen Welt unauffällig zurecht zu finden. Damals drängte er sich mit Gewalt in ihr Leben, jetzt läßt sie ihn nicht in Ruhe. Sie müssen ihre Geschichte fortführen, sich miteinander einlassen, um aus dem übermächtigen Schatten der Vergangenheit herauszutreten. In der Realität mag das eine unzumutbare Konfrontation sein, die ein Menschenleben möglicherweise gar nicht aushalten kann. In der Fiktion ist es möglich.

Die gleichberechtigte Auseinandersetzung, die “Schattenwelt” erzählt, wurde chronologisch realisiert, immer mit der Option, die Geschichte eine andere Richtung nehmen zu lassen. Franziska Petri und Ulrich Noethen waren seit Jahren mit dem Projekt vertraut, haben ihre Figuren in ungewöhnlichem Maße mit ihren Persönlichkeiten gefüllt. Die Figuren führen die Geschichte in jedem Moment und schaffen sich eine Gegenwart, die ihre Vergangenheit endlich beherrscht. Die Realisierung von “Schattenwelt” war eine anspruchsvolle Aufgabe für mich, und ich hoffe, es ist ein aufregendes Kinoerlebnis für die Zuschauer.

 

Filme:

2008    SCHATTENWELT, Spielfilm
2007    12 HEISST: ICH LIEBE DICH, Spielfilm
2006    MORD IN ALLER UNSCHULD, Fernsehfilm
2005    EI IN JAPAN, Dokumentarfilm, Expo Japan
2002-05 Lehrtätigkeit an Filmschulen: dffb Berlin, ifs Köln, Filmakademie Ludwigsburg
2002    UND TSCHÜSS, IHR LIEBEN, Fernsehfilm
2001    IM FALSCHEN LEBEN, Fernsehfilm
2001    WIE FEUER UND FLAMME Spielfilm
1998    TICTACTOE..., Dokumentation
1998    HAUPTSACHE LEBEN, Fernsehfilm
1996    DAS ERSTE MAL, Fernsehfilm

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